Warum geht der Steuerberatung der Nachwuchs aus?

„Wir finden kein gutes Personal!“ – Diesen Satz höre ich seit zwei Jahren in jedem Kundengespräch. „Wir haben schon in allen Zeitungen und den großen Jobportalen inseriert – das kostet viel Geld und es kommt kaum etwas dabei rum.“ sind auch übliche Aussagen meiner Kunden. In der neuesten Handelsblattausgabe (Nr. 48, 08. März 2018, S. 15) wird genau diese Problematik thematisiert und auch auf Facebook wird unter den Fachangestellten fleißig diskutiert.

Was ist da los?

Das Bewerberverhalten hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Wo Kanzleien sich vor noch nicht allzu langer Zeit vor Bewerbungen kaum retten und sich den passenden Bewerber aussuchen konnten, kommen heute oft zu wenige Bewerbungen und es sind qualitativ nicht die großen Würfe dabei. Heute bewirbt sich die Kanzlei beim Bewerber. Employer Branding und die Stimme der Mitarbeiter als Markenbotschafter zu nutzen werden immer wichtiger!

Wie beweist sich eine kleinere oder mittlere Kanzlei als guter Arbeitgeber gegenüber den großen Kanzleien oder der Industrie? „Kleinere und mittelgroße Kanzleien bieten laut Dominik Scheuerer vom Steuerberater-Verband die Möglichkeit, Gebiete zu bearbeiten, die in Großkanzleien nicht angeboten werden – zum Beispiel die Beratung von kleinen und mittleren Handwerksunternehmen und Arztpraxen.“ (Handelsblatt)

So setzen Sie sich ab

Das Gehalt spielt natürlich, wie in jedem Beruf, eine zentrale Rolle: „Der kostenlose Parkplatz vor der Tür nutzt mir [aber] nix, wenn ich mir von meinem Gehalt beim Steuerberater kein Auto leisten kann.“ (Ein Steuerfachangestellter auf Facebook). Gerade kleine und mittlere Kanzleien können mit dem Gehalt in großen Kanzleien oder Industrieunternehmen nicht mithalten. Umso wichtiger ist es daher, die Atmosphäre in den Vordergrund zu stellen, durch Emotionalität zu punkten und auf die menschliche Ebene zu gehen, so zitiert mich das Handelsblatt.

„Häufig bleibt das Menschliche [aber] auch auf der Strecke. Ein nettes Miteinander wird teilweise argwöhnisch beäugt… Wenn alles passt, bin ich gerne bereit, auch auf etwas – im angemessenen Rahmen – Gehalt zu verzichten, aber das darf dann definitiv nicht einseitig sein.“ (Eine Steuerfachangestellte auf Facebook)

Motivation durch einen guten Chef

Viele Kanzleichefs verzichten noch auf klassische Instrumente wie Jahresgespräche oder Zielvereinbarungen und geben auch kein umfassendes Feedback. Dabei sind das die Motivationsfaktoren Nummer eins. Denn es beweist Wertschätzung und zeigt, dass die Kanzlei ihre Beschäftigten weiterentwickeln will.

Weiterbildung ist gerade im Zuge der Digitalisierung nötig. Da ändert sich enorm viel. Für Steuerfachangestellte etwa ist unklar, inwieweit sich ihr Aufgabengebiet in Zukunft verändern wird. Kanzleien sollten Mitarbeiter deshalb verstärkt in die Mandantenberatung einbeziehen. Man muss als Arbeitgeber signalisieren, dass man gemeinsam nach vorn schaut und auch in Zukunft genügend Aufgaben für den Mitarbeiter hat. Auf diese Weise Sicherheit zu garantieren ist ein starkes Bindungsinstrument.

Das Stellenangebot

So geht`s nicht:
„Der Klassiker (unter den Stellenanzeigen) sieht ja wie folgt aus: Wir erwarten / Sie bringen mit, Wir bieten / Sie können von uns erwarten. Solche Anzeigen ignoriere ich direkt gekonnt, weil zu 90 % die selben Sätze und Plattitüden drinstehen (z. B. „leistungsgerechte Bezahlung“, „Sie können mit Excel und Word umgehen“ blablabla).“ (Ein Steuerfachangestellter auf Facebook).

Es funktioniert:
Lesen Sie dazu auch „Die Kanzlei als Arbeitgebermarke“ und „Sichern Sie die Zukunftsfähigkeit Ihrer Kanzlei„.

 5 vor 12. Sie sind selbst für Ihren Nachwuchs verantwortlich. Der Bewerbermarkt hat sich verändert, verändern Sie sich mit und nutzen Ihre Chancen! Gerne unterstütze ich Sie dabei!

 

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